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Abenteuer im autonomen Tibet
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Shanghai-Marathon (26.11.2005)

Es kann losgehen!
Bevor wir in das Flugzeug gestiegen sind wollten wir unsere Verfassung vor dem Lauf noch mal bildlich festhalten lassen. Hier sind wir frisch und munter:

Es war der 25.11.05 und irgendwie sind wir noch etwas müde und können es gar nicht fassen, dass wir am nächsten Tag mit all den anderen 14.500 Chinesen und 500 ?Westlern? mitlaufen werden. Heike, die vierte im Bunde, hat einen Flieger früher genommen und ist somit nicht mit auf dem Bild. Der Flug war entspannend und selbst bei 1,5 Stunden Flug bekommt man etwas zu Essen. Das ist Service!


Nach 1,5 Stunden sind wir dann gut auf dem Flughafen in Shanghai gelandet. Da ich schon vor ein paar Wochen in Shanghai war konnte ich mich mit dem Taxisystem (siehe Shanghai Exkursion Teil 1) bereits ein wenig ?anfreunden?. Diesmal haben wir 30 min umsonst in der langen Warteschlange gestanden. Der Taxifahrer wusste angeblich nicht, nachdem wir ihn unsere Adresse gegeben haben, wo sich die Straße genau befindet. Und dann wollte er auf einmal nicht mehr lesen können. Im Endeffekt hatte er bloß keine Lust gehabt uns dahin zu fahren. Und auch die Wärter bei den Taxireihen konnten uns nicht weiterhelfen. Keiner von den vielen Chinesen konnte auf einmal kein Englisch mehr. Da standen wir nun da ganz hilflos auf der Straße. Zum Glück kam dann nach 20 min doch noch ein Taxi das uns zu unserer Adresse gefahren hat. Beim Einsteigen ist es wichtig den Taxifahrer immer erst zu fragen, ob ihn die Straße etc. bekannt sei. Und auch diesmal (wie so oft auch in Qingdao) hat der Fahrer mit voller Überzeugung unsere Straße gekannt. Doch das Ende vom Lied war, dass wir auf einer Juwelen-Expo gelandet sind und nicht im Shanghai-Marathon-Office. Das ist so eine typische Situation in China, der ich schon sehr oft begegnet bin. Ich bin mir nicht sicher, ob das schon Parallelen zu dem Thema ?Gesicht verlieren? hat. Obwohl er zu Beginn nicht wusste, wo sich die Straße genau befindet hat er uns trotzdem einsteigen lassen, um evtl. sein Gesicht nicht zu verlieren. Zum Schluss sind wir dann nach 2,5 Stunden doch noch an unser Ziel angekommen und haben unsere Startnummern für den Lauf abholen können.

Das ist das nötige Equipment für den Marathon. Es gab sogar Herztabletten. Da es bekannt ist, dass der drittgrößte Schwarzmarkt Arzneimittel betrifft habe ich die eher ignoriert.
Als kleine Stärkung für den Marathon sind wir noch mal Pasta essen gegangen. Das Bier sollte uns verhelfen im Hotel schneller einzuschlafen, da wir recht früh wieder aufstehen mussten.
 Zumindest schauen wir (Shorty, Frank, Heike und ich) noch glücklich drein.
Am nächsten Morgen hat unser Wecker bereits 4:30 Uhr geklingelt. Warum? Weil sich alle Läufer bei den Start schon 6:30 sammeln sollten. Und vorher mussten wir noch ein wenig frühstücken, um nicht mit einem leeren Magen zu starten. Als wir dann bei dem Sammelpunkt ankamen konnte man auch schon ein riesiges Gewusel beobachten. Überall liefen aufgeregte ältere Chinesen umher. Ca. 60% der Läufer gehörten der Altersklasse 50 Jahre und aufwärts an. Und die sahen zum Teil athletischer aus, als man selbst. Das war dann schon deprimierend. Als ich meine Sachen abgeben wollte hat man sich quer gestellt. Es standen viele Busse und davor Schilder mit der Aufschrift ?Half Marathon? und ?Full Marathon?. Ich musste zum Bus für die ?Full Marathon?-Läufer. Nur wollte der Busfahrer meine Sachen nicht entgegen nehmen. Er wusste angeblich von nichts (obwohl genau vor ihm das Schild ?Full Marathon stand) und hat sich dann von mir weg gedreht. Auch das ist eine Situation wie ich sie schon oft in China erlebt habe. Dann kamen Chinesen, die auch ihre Sachen abgeben wollten und auf einmal war er dafür zuständig und hat denen ihre Sachen abgenommen. Ich bin dann auch wieder zu ihm hingegangen und habe ihn erstmal meine Meinung gesagt und meinen Beutel in seine Hände gedrückt. In China muss man hartnäckig bleiben. Gegen 7:15 war dann die Aufstellung beim Start. Ich wurde etwas weiter vorne als meine Mitläufer platziert. Aber das hat sich dann alles wieder relativiert, als noch eine große Truppe von Koreanern sich einfach bei mir reingedrängelt hat. Und so wurde ich immer mehr nach hinten geschuppst. Ich habe mich dann auch mal umgedreht, um nach meinen Leuten zu schauen und sah nur eine Masse von laufhungrigen Chinesen, die es nicht mehr erwarten konnten los zu stürmen. Bei solch einem Anblick bekommt man schon ein wenig Panik. Da habe ich mich ganz an den rechten Rand platziert, damit die Masse erstmal an mir vorbei laufen kann, ohne mich dabei umzurennen. Vor mir, neben mir, hinter mir standen nur kleine Chinesen die aufgeregt auf der Stelle hin und her sprangen. Das Gezappel war ganz schön anstrengend mit der Zeit. Es sind sogar Chinesen barfuss gelaufen. Was man nicht alles tut, um ein wenig Ehre etc. zu bekommen. Dann kam der Startschuss und die Masse bewegt sich langsam vorwärts. Das ist vergleichbar mit einem sich auflösenden Stau. Und bis zu der 5 km Marke rannten die Chinesen wie wild an mir vorbei. Man hätte denken können 50 m weiter gibt es Sachen im Ausverkauf. Es war echt belastend, dass ständig Chinesen von hinten geschuppst, gerempelt, angehustet und gestoßen haben. Aber ich habe mich nicht beirren lassen und bin mein Tempo weiter gelaufen. Vor der Skyline (siehe Bild) sind wir mit dem Lauf gestartet.


Nach 7 km musste sich dann plötzlich ein Chinese vor mir übergeben. Leider kam dann bei mir auch so ein Würgreiz und da waren wir schon zu zweit. Ich bin ein wenig zu empfindlich. Jedenfalls musste ich paar wertvolle Minuten aussetzen, um mich von der spontanen Strapaze zu regenerieren. Immerhin habe ich mein ganzes Frühstück (meine gesamte Energie) verloren und ich war gerade mal am Anfang der Strecke. Auf dem kommenden Foto kann man so in etwa erkennen, wo wir unter anderem lang gelaufen sind (mitten durch die Stadt von der Nanjing Lu bis zum Olympiastadium, über Hochstraßen, unter Hochstraßen hindurch etc.).

Mein Ehrgeiz war größer, als meine Kraft und so habe mich aufgerafft und bin weiter gelaufen. Plötzlich bekam ich solch einen Durst und weit und breit war kein Wasserstand zu sehen (nicht mal nach 7 km). Nach 10 km sah ich die Wasseroase und habe mir beim Vorbeilaufen einen Becher geschnappt und sofort ins Gesicht geschüttet. Nur klebte dann mein ganzes Gesicht danach. Es war also kein Wasser sondern irgendein süßes Getränk. Nach weiteren paar 100m kam ein Stand mit nassen Schwämmen. So ausgetrocknet wie ich war habe ich mir den Schwamm einfach in den Mund gesteckt, um ein paar Tropfen Flüssigkeit in meinen Körper aufnehmen zu können. Leider war das Salzwasser und ich hatte hinterher noch mehr Durst. Ich war so wütend und habe erstmal ein Weilchen vor mir hingeflucht. Entweder die Chinesen brauchen nicht so viel Flüssigkeit aufnehmen, oder die Marathonorganisation befindet sich noch im Anfangsstadium. Nach 10 km bekam ich dann richtigen Hunger. Weit und breit konnte ich keine Verpflegungsstation finden. Meinen einzigen Riegel, den ich hinten auf meinen Rücken geschnallt habe, konnte ich nicht greifen. Aus einem Hungergefühl wurde dann ein leichtes Sodbrennen. Am Straßenrand standen alle paar 100m Chinesinnen nebeneinander. Sie hatten traditionelle Kleider an, winkten mit chinesischen Fähnchen und riefen auf Chinesisch ?Weiterlaufen? uns allen zu. Eine hatte immer so ein schällerndes Instrument und blöderweise kam es immer zum Einsatz, wenn ich an denen vorbei gelaufen bin. Da ich eh kein Freund für zu viele Geräusche auf einmal bin, war das schon eine echte Herausforderung. Jedenfalls habe ich mich bei 15 km entschlossen nur noch den Halbmarathon zu laufen, weil ich unter den Bedingungen einfach meine Gesundheit aufs Spiel gesetzt hätte. Es gab kein Wasser ( nur solch süßes Getränk) es gab nichts zu essen und mein Hungergefühl wurde größer und größer und wir sind an laufenden Automotoren vorbeigelaufen (was nicht gerade die frischeste Luft ist). Und all das weitere 21 km auszuhalten hatte ich keine Lust. Und so musste ich mein Tempo nach den 15 km anziehen, um noch eine einigermaßen gute Zeit zu laufen. Normalerweise habe ich mir die Kraft gut eingeteilt. Ich bin 10 km in 50 min gelaufen (für meine Verhältnisse ist das ok). Irgendwie habe ich dann doch noch meine gesamte Kraft und Energie rausgeholt und bin nach 1:50 Std. ins Ziel gelaufen (68. Platz). Das Problem ist, dass man im Ziel so abrupt mit dem Laufen aufhört und mir hat mein Kopf so sehr gedreht, dass ich nicht mehr geradeaus gehen konnte. Ich konnte mich nur noch irgendwo hinsetzen. Hätte ich nicht diese unverhoffte Pause zu Beginn machen müssen, wäre ich bestimmt ganz gut ins Ziel gekommen. Aber irgendwie sollte es so kommen, wie es gekommen ist. Wenig später habe ich Heike, Shorty und Frank in der Menschenmasse wieder gefunden. Ich muss sagen, dass ich schon sehr enttäuscht bin von all den unglücklichen Vorfällen, die mich dann vom ?Full Marathon? abgehalten haben. Aber es war eine sehr gute Erfahrung, denn dadurch habe ich die Chinesen in ihrer Art wieder ein bisschen besser kennen gelernt.
Als krönenden Abschluss (für unseren doch noch richtig guten Lauf) haben wir uns zwei riesengroße Pizzen gegönnt. Die Gesichter sagen alles. Na dann: Guten Appetit!
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Zwei Großartige Buben!
Nun möchte ich Euch zwei "special guys" vorstellen, die mit mir an der Ocean University of China in Qingdao studieren. Es sind nicht irgendwelche, mit denen ich eben mal ein Smalltalk zwischen den Vorlesungen halte. Nein, da hängt schon viel mehr dran. Kaum zu glauben ,aber wir haben z.B. Tibet zusammen unsicher gemacht, bemitleiden uns in jeder Chinesischstunde (die uns immer wie eine halbe Ewigkeit erscheint), feiern zusammen unser Dasein in China und anschließend genießen wir einfach nur eine Schüssel "Dan jiao fan" immer in dem gleichen Lokal (gegenüber vom Corner Jazz). Ja, es lohnt sich deren Weblog zu nennen und es lohnt sich noch viel mehr auch mal bei den beiden vorbei zu schauen.
www.lostinchina.de
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Shanghai-Marathon
Es ist kaum zu fassen, am 26.11.05 geht es auf zum Marathon nach Shanghai. Ganze 42 km werde wir (Tissi und ich) von 7:30 Uhr (chinesischer Zeit) laufen. Heike, Shorty, Martin und Frank laufen den Halbmarathon. Wir sind eine bunte Gruppe von durchgedrehten Wahnsinnigen, die einfach mal innerhalb von 15 min. beschlossen haben diese Hürde auf sich zu nehmen oder besser gesagt diesen Spaß. Einen Hacken hat die ganze Sache allerdings schon. An der Startbahn müssen wir schon 6:30 Uhr morgens erscheinen. 7:30 Uhr geht dann "das Gewühle" durch die vielen Menschenmassen los. Na mal schaun, ob ich da vor lauter Chinesen nicht ganz abtauche.
Gott sei Dank, sind wir alle regelmäßige Läufer, denen so eine kleine Entfernung nicht viel (wenn überhaupt) was ausmacht. In Qingdao gibt es einige Strecken, die man gut ablaufen kann, wie z.B. an der ewig langen Strandpromenade oder ganz schlicht auf unseren Campussportplatz. Allerdings ist abends auf dem Platz die Hölle los. Weit und breit sieht man Chinesen. Viele machen einem Spaziergang, die anderen treffen sich in ihren Gruppen ("Kollektivismus") auf dem Fussballfeld und verbringen da ihren Abend, andere wiederum laufen einfahc nur rückwärts und andere joggen ganz "normal". So viel zur Vorbereitung.
Am 25.11. in der Früh geht es los. Bis 12 Uhr mittags müssen wir dann unsere Startnummern abgeholt haben und dann heißt es nur noch entspannen und viel Pasta essen. Ihr müsst mir/uns unbedingt die Daumen drücken. Mein Ziel ist es einfach nur glücklich und zufrieden ins Ziel zu laufen.
Beweisfotos gibt es später, wenn das Werk vollendet ist.
Na dann "Hals- und Beinbruch"!
Für die Interessierten unter Euch habe ich noch den Link für den Marathon bereit gestellt. http://www.shmarathon.com/english/
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Shanghai-Exkursion (03.–07.11.2005) – Teil I
Während meines Auslandssemesters ist auch eine Shanghai-Exkursion vorgesehen. Dahinter verbirgt sich, dass die Studenten internationale und chinesische Unternehmen (die in Shanghai ansässig sind) kennen lernen. Gleichzeitig ist die Möglichkeit gegeben die Stadt zu erkunden.
Begonnen hat der Shanghaiausflug in meinem Kopf. Ich wollte unbedingt mit dem Bus (ca. 10 Stunden von Qingdao nach Shanghai) dahin fahren. Ich wäre abends um 20 Uhr los gefahren und wäre gegen 6 Uhr morgens in Shanghai angekommen. Erstens hätte ich vom Bus aus die Landschaft sehen können und zweitens hätte ich erste Erfahrungen mit einem Schlafbus machen können. Im Bus befinden sich links, in der Mitte und rechts auf zwei Stockwerken die „Bettchen“. Ich betone die „Bettchen“ so sehr, weil sie auf Chinesen und nicht auf uns Europäer zugeschnitten sind. Nun gut, in der letzten Minute (ich hatte bereits mein Busticket gekauft gehabt, hat mich meine Dozentin von der Uni davon abgehalten mitzufahren. Sie meinte, dass es während solch einer Busfahrt zu vielen Unfällen kommt, da der Busfahrer keine Pausen (aus Zeit- und Geldgründen) macht und somit übermüdet am Steuer sitzt. Des weiteren hält dieser Bus in vielen kleinen chinesischen Dörfchen und es ist ein ständiges Kommen und Gehen. Wenn die Chinesen dann eine Europäerin mit großen Augen im Bus erblickt sind sie kaum zu bremsen. Und somit habe ich dann noch schnell ein Flugticket gekauft, um nach Shanghai zu kommen. Meine Reise in die große unbekannte Stadt begann am Donnerstag Nachmittag. Nach ca. einer Stunde Taxifahrt (was nicht verwunderlich ist in einer 7 Mio Einwohner Stadt) von der Uni bis zum Flughafen sind wir endlich angekommen. Als ich im Flugzeug saß habe ich mich mal ganz leicht in den Sitz fallen lassen so dass ich nur noch mit meinen Augen geradeso über meinen Vordersitz nach Vorne schauen konnte. Und damit Ihr Euch jetzt diese Situation besser vorstellen könnt, schaut Euch das folgende Foto an.
 Irgendwie ist es schon witzig nur schwarze Hinterköpfe vor sich zu haben.
Nach 1,5 Stunden Flug und guter Landung standen wir endlich in der chinesischen Metropole. Immer wenn ich aus der „Flughalle“ (mir fiel kein besseres Wort ein) in die jeweilige Stadt gegangen bin kommt mir zuerst der Stadtgeruch ins Gesicht. Und jedes Mal riecht es anders. Komischerweise fühle ich mich bei den verschiedenen Gerüchen immer so heimisch. Nach langem Suchen nach einem Taxi habe ich erst bemerkt, dass man sich dafür erstmal anstellen muss. Es stand eine riesenlange Schlange vor mir und es gab zwei verschiedene Wege, die man gehen kann (innerhalb der Taxiwarteschlangenabgrenzung).
 Zum einen konnte man sich an diese Schlange anreihen, die einen längeren Weg mit dem Taxi zurücklegen wird und zum anderen gab es noch die „short distance“ Taxifahrt. Tja, nun stand ich da ganz dumm und allein und wusste vor lauter Hektik nicht so recht wo ich mich einreihen sollte. Und da habe ich für mich ganz spontan entschieden, dass ich die „long distance“ Taxifahrt nehmen werde. Falls dies eine falsche Wahl gewesen wäre hätte ich immerhin ein bisschen was von Shanghai gesehen. Und meine Entscheidung war auch die richtige, denn die Taxifahrt bis zu meinem Hotel hat 2 Stunde gedauert. Ok, davon war eine Stunde im Staustehen. Das Hotel ist ganz modern und für diese Ausstattung hätte man in Deutschland mindestens 40-50 € die Nacht gezahlt. In Shanghai zahlt man dafür nur 10 € die Nacht. Bei diesen Preisen macht das Reisen wenigstens noch Spaß. In den Preis inbegriffen war ein Frühstück. Aber fragt nicht nach Sonnenschein. Es gab irgendwelche Würmer die sich bewegten und noch warm waren und viele andere warme „köstliche“ chinesischen Delikatessen. Wo ich doch so ein Frühstücksnarr bin.
In der ersten Nacht bin ich erstmal auf Entdeckungstour gegangen. Und so habe ich mich ins Taxi gesetzt und bin einfach nach meinem Reiseführer (Lonelyplanet – sehr zu empfehlen) in Richtung Zentrum gefahren. Als wir an einer Ampel standen ist mir folgendes ins Auge gefallen:
 Mein Gott, wissen die Chinesen überhaupt noch, was damit alles angeschlossen ist. Das ist ein typisches Bild in China. Leider konnte ich mir die erste Nacht nur ein Viertel in Shanghai anschauen. Und dann ist es noch das teuerste Gebiet. Aber das wusste ich erst hinterher. Shanghai ist keine Stadt der Kultur, sonder eine Stadt der Werbung und eine Stadt der Architektur.
Shanghai kann man mit dem Rest Chinas überhaupt nicht vergleichen. Die Menschen sind westlicher gekleidet und sie haben im Durchschnitt ein höheres Einkommen. Ich veranschauliche Euch mal das chinesische Einkommen in den verschiedenen Regionen:
Beijing, Shanghai, Shenzhen Qingdao Boshan Lanzhou Guiyang Beruf 300 RMB + Lebensmittel 150 RMB + Lebensmittel 150 RMB + Lebensmittel 100 RMB + Lebensmittel 50 RMB + Lebensmittel Bauer 1.000 RMB 700 RMB 300 RMB 300 RMB 300 RMB Industriearbeiter 3.500 RMB 2.000 RMB 1.000 RMB 500 RMB 400 RMB Sekretärin 20.000 RMB 7.000 RMB 4.000 RMB 4.000 RMB 4.000 RMB Manager (100 RMB entsprechen ca. 10 Euro)
Ich muss aber dazu sagen, dass die Preise von Sachen etc. denen der Preise in Europa ähneln. Mir ist es noch schleierhaft, wie sich die Chinesen solche Waren leisten können. Z.B. kostet ein Kaffee bei Starbucks so viel, wie ein ganzer Monatslohn eines Bauers. Das sind schon Dimensionen, die man gar nicht so recht begreifen kann. Um ehrlich zu sein, ist es mir auch unangenehm bei Starbucks einen Kaffee zu trinken. Denn für mich stellt der eine Kaffee nur ein Befriedigung meines Verlangens dar. Aber für einen Chinesen kann es das ein und alles sein.
Hiermit komme ich zum Ende meines ersten Teils von der Shanghai-Exkursion.
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Chinese Cuisine
Chinese Cuisine (especially in Qingdao/Shangdong and Tibet)
Ich bin jetzt schon seit fast 4 Wochen in China und musste mich erst einmal einleben und zurechtfinden (Uni, Kultur, Stadt, Menschen, Sprache). Kurz gesagt, ich musste erstmal zu mir finden nach all den neuen Eindrücken. Das kann einen am Anfang ganz schön erschlagen. Sogar mich. All das bringt sehr viel Zeit mit sich. Aber nun habe ich endlich Zeit meine Eindrücke der Außenwelt mitzuteilen. Da Essen mein Lieblingsthema ist, beginne ich auch gleich damit. Das Essen hatte mir zu Beginn auch die meisten Probleme bereitet. Die chinesische Küche ist sehr vielseitig, wie man auf den kommenden Bildern noch sehen kann. Es wird aber nur ein ganz kleiner Teil (wenn überhaupt) der chinesischen Küche sein. Zu Beginn ist das Essen sehr gewöhnungsbedürftig. Zumal ich mich in Deutschland richtig wild gemacht habe, bezgl. verpestetes Fleisch etc. Demzufolge war ich auch sehr eigen und wollte nur Gemüse essen. Aber das ist in China nicht so einfach, denn überall ist Schwein, Huhn, Rind, Hund u.s.w drin. Manchmal sieht es gar nicht wie Fleisch aus, aber da täuscht man sich gewaltig. Qingdao (wo ich wohne und studiere) ist ein Hafenstadt und somit gibt es an jeder Straßenecke Fisch. Aber nicht solchen Fisch, wie man ihn in Deutschland bekommen würde. Hier wird er auf der (dreckigen) Straße zuerst getrocknet und dann zum Verkauf angeboten. Das heißt im Fisch ist noch alles enthalten. Als Snack für Zwischendurch gibt es (in jedem Supermarkt oder auch an jeder Straßenecke) getrocknete Greten etc. zu kaufen. Das wird sicherlich auch sehr gesund sein, aber entspricht überhaupt nicht meinen Geschmack. Es gab mal eine Situation, wo man mir in einer Bar ein Snack anbieten wollte. Ich sah nur etwas Gelbes schimmern und es sah wirklich aus wie eine Käsestange. Mein Gott, ich hatte sogar schon den Geschmack von der Käsestange im Mund und als ich rein gebissen habe war es einfach nur der ecklig getrocknete Fisch. Bäh.... Das war dann wohl eine ?Fata Morgana? in China.
In Qingdao gibt es auch unzählig viele Restaurants. Man kann von ganz edlen Restaurants (Western Style) bis zum einheimischen kleinen Lokal alles finden. Ein Beispiel für ein typisches einheimisches Qingdao Restaurant bietet folgendes Bild:
 Man muss sich das so vorstellen. Die Schüsseln stehen auf dem Bürgersteig und es führt eine Treppe runter zum Restaurant/Lokal. Diese Schüsseln stehen aber nicht nur einfach so herum. Sie repräsentieren die Speisekarte. Alles was man darin finden kann, kann man auch in diesem Lokal essen. Das sieht doch alles sehr ?einladend? aus, oder? Mir fällt dazu nur folgender Spruch ein: ?Andere Länder, andere Sitten.?.
Mandys täglich Brot
Während meiner Mittagspause (zwischen den Vorlesungen) gehe ich immer raus aus dem Campus und suche mir ein nettes kleines einheimisches Lokal zum Essen aus. Mittlerweile bin ich jetzt bei zwei kleinen Restaurants schon Stammkunde. Dort kann man noch so richtig gut Chinesisch essen, wie man es auch in Deutschland gewohnt ist. [Ansonsten schmeckt das chinesische Essen hier ganz anders als in Deutschland. Naja, ist ja eigentlich logisch. Z.B. wir Deutschen haben eine andere Geschmacksrichtung als die Chinesen. Somit würden die Chinesen in Deutschland auch kein Profit schlagen. Das Essen wird dann einfach nur ein wenig entfremdet und unserem Geschmack angepasst.] Jedenfalls kennt mich das Personal (besser gesagt die Familie -> Familienbetrieb wie fast jedes kleine Restaurant) und weiß ganz genau, was mir schmeckt und was nicht. Dort esse ich meistens gebratenen Reis als Beilage. Dieser wird mir in eine Art CornflakesSchüssel serviert.
 Dazu esse ich entweder Tofu oder Huhn mit Nüssen oder einfach nur Süß & Sauer. Alle drei Gerichte werden separat auf einen großen Teller serviert. Und z.B. bei dem Huhn bekommt man nicht nur einfach das Fleisch mit den Nüssen, sondern dazu servieren sie Gemüse. Die Kombination ist so lecker. Und genau dasselbe ist mit den anderen Gerichten. Und dazu gibt es immer eine Kanne Tee. Der Tee wird aber (nicht wie bei uns mit Teebeuteln) mit losen Blüten, Kräutern etc. hergerichtet. Die Lokale sind nicht die schönsten, aber genau das finde ich ja so schön. Es ist nicht sehr sauber und am Anfang habe ich mich ganz pingelig aufgeführt. Inzwischen ist mir das alles egal geworden. Hauptsache es schmeckt. Und außerdem ist es so gemütlich, denn in dem kleinen niedrigen Raum stehen nur 3 Tische für jeweils 4 Personen. Somit kann ich sehr gut die Chinesen beobachten und manchmal quatsche ich die einfach an und frage sie über alles mögliche aus (Kultur, Politik etc.). Ich habe auch ein Foto von dem Lokal gemacht.
 Das Schaufenster ist im Raum drin. Dort sind alle Artikel ausgestellt, die man im Lokal noch zur zusätzlich Speisekarte kaufen kann. Ist schon irgendwie witzig. Und wenn man mal eine Auszeit von den Chinesen und ihre Sprache braucht, aber nicht auf das Essen verzichten möchte, muss man einfach die Variante ?to go? wählen. Aber das Essen wird dann nicht wie z.B. bei Mc Donalds in Pappeboxen eingepackt. Nein, es wird folgendermaßen verpackt. So:

 Wenn man nicht allzu geschickt ist (wie ich), kann man auch ganz schnell wieder ohne Essen dastehen. Z.B. ist mir mal die Tüte geplatzt. Übrigens, auch das Bier ist in Tüten erhältlich. Tja, das ist eben China. In meinem oben genannten Lieblingsrestaurant gibt es so viele leckere Gerichte. Da ich ja ganz gerne süße Speisen mag habe ich mich auch mal für karamellisiert Kartoffeln entschieden
 Aber das musste man so schnell essen damit man es überhaupt noch kauen konnte. Und damit ich keine zu einseitige Ernährung habe, gehe ich einmal im Monat zum ?Deutschen? (ein deutsches Restaurant). Ich hätte nie gedacht, dass man sich so auf ein Schnitzel mit Pommes freuen kann. Wahnsinn! Und natürlich trifft man dort auch auf den einen oder anderen Deutschen (aber auch nur da ? leider!).
 Auf dem nächsten Foto könnt Ihr die typischen Knödel (Wánzi) aus Qingdao sehen. Das ist eine Mischung aus Knödeln und Maultaschen. Innen kann Fleisch, Gemüse, Ei etc. enthalten sein. Ja, es sieht nicht sehr schmackhaft aus -> aber es schmeckt. Und wie man hier sehr gut sehen kann gab es wieder Tee dazu.

BBQ in Qingdao
Chinesen haben ein etwas anderes Verständnis von BBQ, als z.B. wir Deutschen. Anfangs war es eher enttäuschend, aber mittlerweile habe ich mich an den Geschmack etc. gewöhnt (wie an so fast alles in China).
 Das ist die berühmte BBQ Street in Qingdao. Ok, man kann nicht allzu viel erkennen. ES ist eine Straße geprägt von den ständigen in der Luft hängende Grillrauch und den kleinen nacheinander folgenden Lokalen.
 Hier könnt Ihr Euch ein besseres Bild von der BBQ Street machen. Nein, hier ist keine Bombe explodiert. Das ist der Normalzustand und es wird sogar ein wenig gefegt. Das heißt der junge Herr fegt die Essensreste, wie z.B. Knochen, vom Boden. Es ist üblich Dinge auf den Boden zu werfen/zu spucken die man nicht essen mag (z.B. Spucken Frauen auch öfter mal fettige Fleischstückchen auf den Boden).
Ich habe natürlich auch ein Stammlokal, wo ich immer gutes BBQ bekomme. Hier ist der berühmte Chefkoch von meinem absoluten Lieblingslokal (von der gesamten BBQ Street):
 Ich gebe ja zu, dass es nicht sehr appetitanregend ausschaut, aber es schmeckt wirklich. In China ist es ganz wichtig nicht darauf zu achten, wie die Speisen zubereitet werden. Wenn ich danach gehen würde, hätte ich nie was gegessen. Und wenn mein Magen auch zufrieden ist, dann scheint es ja nicht so übel zu sein. Es ist alles nur eine Gewohnheitssache. Wie auf dem nächsten Bild zu sehen ist, nimmt man es in China nicht so ganz ernst mit den Gesundheitsvorschriften in der Küche. Ja, das ist die Realität! Chinesen legen halt nicht allzu viel Wert auf Ordnung und Sauberkeit wie die Deutschen. Zur Abwechslung gehe ich auch mal mit Gleichgesinnten zum Essen. Es ist gar nicht mal so schlecht von Leuten ab und zu auch mal verstanden zu werden. Und hier ist die VIP Lounge. Da dürfen nur die ganz besonderen Gäste essen, wie z.B. ich. ? Unser Tisch befindet sich in der Garage/Lager vom Lokal und inmitten von großen Müllsäcken, Abfällen und „frischem“ Gemüse. Die Stuhl- und Tischgröße ist zwar noch nicht auf die europäische Größe angepasst, aber solange das Bier (was im Endeffekt auch nur eine Art von Limonade ist) nicht fehlt kann man sich nicht beschweren.  Ok, manchmal möchte auch ich wissen, wie mein Essen zubereitet wird. Und manchmal hilft nichts anderes als einen strengen Blick auf die Hände des Meisters zu werfen. Und es klappt.
 Und was gibt es heute? Erkennen kann ich Bohnen, Hähnchenbrust, Schweinefleisch und Tintenfisch. Ist doch gar nicht mal so schlecht für den Anfang. 
 Trotzdem habe ich gegenüber dem Geflügel noch ein wenig Skepsis. Schaut so ein „gesunder“ chickenwing aus? Hm..... !
 „Last but not least“ sind wir doch noch satt geworden. Ja, es war mal wieder ein Vergnügen.
 Und siehe da, wir haben tatsächlich alles gegessen, trotz der vielen Bedenken um die gute alte Vogelgrippe.
That’s Chinese way!

Tibet
 Sieht das nicht zum sofort Reinbeißen aus? Auch in Tibet gibt es Fleischereien. Die schaut doch ganz annehmbar aus. Und das Fleisch zeiht in der Mittagssonne (bei 20 Grad) bestimmt auch gut durch.
 Und natürlich ist auch der Tibetaner ein „Worcaholic“. Man schaut einfach mal rüber zum Schlafgemach. Das nennt man einen Angestellten der mit Herz und Seele bei der Arbeit ist. Davon können viele Arbeitgeber in Deutschland nur träumen.
 Die Kräutervielfalt in Tibet ist echt überwältigend. Und erstrecht der enorme Arbeitseinsatz. Kein Wunder, dass China/Tibet keine allzu hohe Arbeitslosenquote hat.  Das ist ein Tee speziell für Frauen. Die rote Frucht symbolisiert Liebe und die weiße Frucht symbolisiert Fruchtbarkeit. Chinesen sind eh ein sehr abergläubisches Volk. Worüber ich aber bis heute nicht hinweggekommen bin ist, dass Chinesinnen Gebärmuttern für ihre Fruchtbarkeit essen.  Hier isst das Auge mit, aber auch nur das Auge. Mit diesen Worten komme ich zum Ende meines Berichts. Ich hoffe, es hat Euch Geschmack auf mehr gegeben.
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